Martin Müller
Martin Müller - Plakate
23.10.09 - 20.05.2010
Der in Berlin lebende Gestalter, Maler und Kurator Martin Müller studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Germanistik in Köln und leitete als Geschäftsführer von 1997 bis 2007 das PAN kunstforum in Emmerich am Rhein. Er betreibt das Kulturnetzwerk „culture.net“ und war von 2008-2009 Gastprofessor für zeitgenössische europäische Kunst an der School of Art and Design an der University of Derby (UK). Seit 2009 ist Martin Müller, gemeinsam mit Andrea Hilger, Leiter der OSTRALE in Dresden, dem dritt größten Festival für zeitgenössische Künste in Deutschland.
Die Ausstellung „Martin Müller – Plakate“ zeigt einen Querschnitt des Plakatschaffens von Martin Müller mit Arbeiten von 1996–2009.
Viele der ausgestellten Blätter sind Plakate für kulturelle Anlässe, insbesondere Kunstausstellungen und Konzerte. Kennzeichnend für die Arbeit von Martin Müller ist die Reduktion und die Betonung des Bildes, häufig der Fotografie, in welches sich die Typografie und die sprachliche Botschaft, ebenso bildhaft verstanden, einfügt. Eine Vielzahl von Plakaten wurden für das PAN kunstforum, ein Museum für zeitgenössische Kunst und Plakatkunst in Emmerich am Rhein gestaltet. Müller war nicht nur dessen “Erfinder” und jahrelanger Direktor, sondern zugleich der Designer des PAN, der dem Haus über viele Jahre ein unverwechselbares, grafisches Erscheinungsbild gegeben hat.
Ergänzt werden die Plakate durch digitale Arbeiten aus einem aktuellen Kunstprojekt von Müller mit dem Titel „not from here“, in welchem die Auseinandersetzung mit der Kultur Neuseelands zu einer mehrstufigen künstlerischen Produktion, bis hin zu großformatiger Malerei, führt. Für das kommende Jahr ist ein mehrmonatiger Aufenthalt in Neuseeland vorgesehen, der mit einer Ausstellung des Gesamtprojektes im Centre of Contemporary Art (COCA) in Christchurch abgeschlossen werden soll. Die Werkgruppe der digitalen Arbeiten umfaßt 60 Blätter, von denen eine Auswahl gezeigt wird. Gerade diese Arbeiten verdeutlichen die permanante Grenzgängerschaft des Wissenschaftlers, Malers und Designers Müller.
Der Übergang vom Plakat zur freien, künstlerischen Grafik ist fließend. „Angewandte“ und „freie“ Kunst sind keine gerne behaupteten Gegensätze, sondern verschmelzen im Werk von Martin Müller zu einer konzeptuellen Einheit.
Dr. Martin Müller
1961
geboren in Emmerich/Ndr.
1981
Beginn des Studiums der Kunstgeschichte, Philosophie und Germanistik an der Universität Köln
Parallel hierzu freischaffende künstlerische Arbeit
1988
Abschluß des Studiums (M.A.)
1988/89
Beginn einer Dissertation über Joseph Beuys bei Prof.Dr.Dr.h.c.mult. Peter Ludwig an der Uni Köln
1989
Beginn der gestalterischen Arbeit
1993
Promotion an der Uni Köln (Dr.phil.)
seit 1993
Kurator von mehr als 100 Ausstellungen in Deutschland, England, Holland, Belgien, Frankreich, USA
1993-2007
Direktor/Geschäftsführer des PAN kunstforum, Emmerich am Rhein
2007
Gründung von culture.net (www.culture-net.eu)
2008-09
Gastprofessor an der University of Derby / School of Art and Design, England
2009
Gastkurator der OSTRALE´09, Dresden
seither Mitglied der Leitung (mit Andrea Hilger) des OSTRALE-Festivalreihe, Dresden
lebt in Berlin seit 2008
Dokumentation: www.heyoka.eu
Not from here
Das Projekt ist als “work in progress” angelegt. „Not from here“ beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Aspekten der interkulturellen Wahrnehmung und Verständigung. Ein deutscher Künstler, der in Berlin lebt und noch nie in Neuseeland war, versucht als Maler und Zeichner systematisch, sich „ein Bild zu machen“ - von einem ihm fremden Land, dessen kulturellen Erbe und Gegenwartskultur.
Ein „Bild“, das geprägt ist von der persönlichen Entwicklung des Künstlers, seiner visuellen Sprache, seiner persönlichen beruflichen Erfahrung als Künstler und Wissenschaftler und seiner kulturellen, europäischen Identität. Eine persönliche Annäherung, ohne Pathos, ohne die Behauptung einer ohnehin fragwürdigen „Objektivität“.
Informationen und Bildwelten, Stereotypen und medial vermittelte Eindrücke von Neuseeland vermischen sich mit der persönlichen und kulturellen Identität des Künstlers wie auch mit allgemeinen philosophischen und historisch-kritischen Reflektionen und Notationen. Worldwide Mickey Mouse trifft auf Mana. Zitate zeitgenössischer neuseeländischer Poesie vermischen sich mit linguistischen Reflektionen und Positionen der Erkenntnis- und Wissenschaftstheorien von Quine, Popper, Dürr oder Feyerabend. Ebenso reflektiert die Methode und Darstellung der Annäherung das referentielle Konzept Robert Simthsons: “sight / non-sight” and “site / non-site”.
Das Projekt besteht aus drei, sich stetig „materialisierenden“ Realisierungsphasen:
Phase 1 / Berlin / digitale Arbeiten: 60 / je 59,4 x 84 cm
Phase 2 / Berlin / Mixed Media auf Papier: 30 / je 70 x 100 cm
Phase 3 / NZ / Mixed Media auf Leinwand: 15 / je 200 x 300 cm





























































































